6. "Kampf um Maran'Thor" von Horst Hoffmann
Auch das Gehirn selbst verlangt plötzlich eine Autorisierung, obwohl es die Varganin doch zunächst akzeptiert hatte. Aber dann wendet es sich gegen die beiden, baut einen Schutzschirm um die Bedienungskonsole der Transmitteranlage auf, aus der Atlan gerade noch so heraus kann. Er hat nämlich gefühlt, dass da irgendwas ist und deshalb die Arkonidin schnell von der Konsole weggerissen. Aber sie müssen sich sehr schnell ihrer Haut erwehren, als die Angreifer tatsächlich anfangen, ohne Rücksicht auf sie zu schießen. Glücklicherweise erweisen sich ihre Schutzschirme als stabil genug gegen die Strahlwaffen der Angreifer. Die Lähmstrahlen, die sie verschießen, durchdringen hingegen ohne Probleme die Schirme der Angreifer und lassen Berge gelähmter Gegner zurück. Schließlich trifft Garbhunar auf Maran'Thor ein. Er will sich persönlich davon überzeugen, dass alles getan wird, um die beiden vermeintlichen Varganen, die ihre Aktionen auf Narukku so empfindlich gestört haben, Gefangenzusetzen. Aber er findet einen vollkommen unfähigen Kommandanten vor, seiner Meinung nach jedenfalls, der nur von den Lordrichtern in eine solche Position gebracht wurde. Angesichts der Tatsache, dass der Kommandant Träume hat von verlorenen Schlachten und diese offensichtlich auch noch gar nicht verarbeitet hat, scheint er gar nicht so unrecht zu haben. Er übernimmt dessen Kabine und sperrt ihn dafür in einem Bereich der Station ein. Die Freunde des Kommandanten Torghunar aber sehen das gar nicht gerne und wollen den Kommandanten befreien. Zunächst aber müssen sie sich um die beiden Eindringlinge kümmern, die sie endlich gestellt haben. Die Schutzschirme der beiden Eindringlinge erweisen sich immer noch als fast undurchdringlich. Als die Angreifer aber nun ihrerseits ebenfalls auf Lähmstrahlen umschalten, können sie die Schirme Wundersamerweise durchdringen. Kytharas Knie ist gelähmt, sie kann nicht mehr mitfliehen und muss zurückbleiben. Sie schickt den Arkoniden weg, obwohl sie wissen muss, dass die Mordwespen und Daorghor sie wohl kaum schonen werden. Der Arkonide geht schweren Herzens und entdeckt glücklicherweise noch, dass Kythara einen Plan der Station in seinen Rechner geladen hat. Er kann sich also in den Energiearmen Zonen der Station verstecken. Schade nur, dass die Besatzer der Station auf diese Idee auch kommen und deshalb insbesondere die Bereiche durchsuchen, in denen der Arkonide sich auch aufhält. Sie haben aber kein Jagdglück, der Arkonide kann ihnen immer wieder entkommen, bis er schließlich die Oberfläche erreicht und so zum ersten Mal die Oberfläche sieht. Kythara wird mittlerweile auf das Verhör vorbereitet. Als Garbhunar in den varganischen Verhörraum erscheint, zeigt sie ihm lange Zeit ihre Stärke. Sie kennt die Folterwerkzeuge der Varganen sehr gut und schafft es, kaum Reaktion zu zeigen, jedenfalls eine Zeit lang. Aber der Arkonide kommt nicht, um sie zu retten und es wird immer schlimmer, die Schmerzen drohen, sie zu zerreisen, aber sie kann widerstehen, lässt keine Informationen heraus, sammelt im Gegenteil sogar noch Informationen, die Garbhunar in seiner Überlegenheit herausgibt. Damit kann sie aber nichts mehr anfangen, wenn sie tot ist, und da sie nicht redet, werden die Folterungen immer schlimmer. Bis sie wirklich an ihren Grenzen angelangt ist. Atlan bekommt einiges davon mit, weil Varg1 neben der Varganin aktiv bleiben kann und mit Varg2 in Funkverbindung steht, was die Besatzer aus welchen Gründen auch immer nicht orten können. Schließlich hat Atlan genug, als er eine weitere Gruppe von Angreifern ausgeschaltet hat, kehrt er auf direktem Weg in die Station zurück und greift ohne Gnade an. Er kämpft sich zur Varganin vor und schaltet jeden aus, der ihm in den Weg gerät, einschließlich Garbhunar, der ebenfalls gelähmt wird. Und das alles mit einem gelähmten Arm und der Hilfe von Varg 2. Dann befreit er die Varganin von ihren Fesseln. Er erkennt, dass es ernst um sie steht. Obwohl sein Arm immer noch gelähmt ist, lädt er sie sich auf und verlässt mit den beiden Robotern die Verhörstation. Der Rechner scheint sich gerade mal wieder auf ihre Seite geschlagen zu haben, und hilft ihnen, sich in einem verborgenen und streng geheimen Bereich zu verstecken. Obwohl Atlan alles andere als berechtigt ist, lässt er ihn trotzdem einen Gegenstand mitnehmen, der Atlan, der wieder mal seinen Gefühlen vertraut, sehr wichtig vorkommt. Dann wartet der Arkonide bang darauf, dass Kythara ein Lebenszeichen von sich gibt. Aber lange Zeit passiert das nicht … Als sie den Verhörraum verließen, gab sie schon ein Lebenszeichen von sich, von dem der Arkonide aber nichts bemerkte. Sie schaffte es, eine Granate zu ziehen und neben den Erzherzog zu werfen. Komischerweise scheinen Sprenggranaten in jedem Volk gleich auszusehen, jedenfalls hat der Helfer Torghunars keine Probleme, sie als Granate zu erkennen. Er hat mittlerweile seinen Herrn befreit und will ihm gute Karten bei Garbhunar verschaffen. Da der ursprüngliche Plan, auch noch den Arkoniden zu schnappen, fehlschlägt, hilft der Torghunar, indem er ihm zeigt, dass da eine Granate neben dem Herrscher liegt und ihn dazu auffordert, den Herrscher zu retten. Das tut er, aber da er nur noch zwei Beine hat, ist er nicht sonderlich schnell .Sein Freund nimmt die Granate und rennt damit blitzschnell in eine der nicht verwendeten Gegenden. Er stirbt bei der Explosion, was Garbhunar natürlich schon komisch vorkommt. Aber weil alle anderen zu Torghunar halten, beschließt er, den verhassten Kommandanten wieder einzusetzen. Atlan erlebt das Erwachen der Varganin mit und wie sie sich langsam regeneriert. Als unsterbliche Varganin mit viel Lebenserfahrung, kommt sie relativ schnell über die Folterungen und ihre psychischen Auswirkungen hinweg, körperlich braucht sie dazu aber etwas länger. Schließlich entfliehen sie aber aus der Station Mara-IV. Sie verstecken sich in Höhlen in den Bergen außerhalb der Station. Und überlegen, wie sie von hier aus weitermachen sollen. Aber sie kommen im Augenblick nicht auf eine Lösung. Garbhunar fragt sich, ob er alles richtig gemacht hat. Aber im Augenblick kann er an der Situation nicht sehr viel ändern. Er wird die beiden Varganen weiterhin suchen lassen und hofft sehr, dass er sie auch gefangen nehmen kann. Als er sich in seine Gemächer zurückzieht, kommt er auch an dem Verhörraum vorbei. Er hat Angst vor dem Raum, der seine Niederlage markiert, aber auch vor den Folterinstrumenten darin. Obwohl ihm durchaus klar ist, dass seine Schuld vermutlich nicht einmal durch sie gesühnt werden könnte … Kritik von Ralf KönigAtlan und Kythara auf der Flucht - das ist Gegenstand fast des gesamten Romans. Was dabei alles passiert, ist stellenweise kaum nachvollziehbar. Da versagen Schutzschirme, wenn Paralysestrahlen abgeschossen werden, aber bei tödlichen Strahlungen sind sie voll wirksam. Atlan und Kythara interagieren kaum noch, sondern sind beide mit sich selbst beschäftigt. Zu allem Überfluss wird die Varganin dann noch gefangen genommen und unter der Folter fast getötet - während Atlan nichts anderes zu tun hat, als sich einen Weg nach oben zu suchen, um ein Versteck für beide zu finden. Kurze Zeit später kehrt er mit nichts mehr als seinem Kampfanzug und seinem Roboter in die Station zurück und fegt jeglichen Widerstand hinweg - wozu dann überhaupt der Ausflug? Hätten die beiden in ihren Kampfanzügen zusammen mit den beiden Robotern dann nicht ausreichen müssen? Schon komisch. Und die Aktion mit dem offensichtlich psychisch schwer gestörten Kommandanten der Station, der von Garbhunar nicht ganz zu unrecht festgesetzt und seines Kommandos enthoben wurde. Das sehen die Kollegen des Kommandanten aber offensichtlich ganz anders - sie verhelfen ihm zur Rückkehr auf seinen Posten, sogar unter Zurücklassung eines Kameraden, der sich für den Kommandanten opfert. Und Garbhunar findet das zwar komisch - lässt aber den Kommandanten wieder Chef spielen, weil der ihm unter merkwürdigen Umständen das Leben gerettet hat. Auch hier kommen doch leise Zweifel auf, ob das so richtig ist. Der Bordrechner verhält sich auch immer gerade so, wie es für die Handlungsführung angenehm ist. Dank des Autorisierungscodes können die Mordwespen die Station Mara-IV übernehmen, aber die anderen Stationen nicht. Bei den Anlagen im Orbit ist es wieder anders - die können auch übernommen werden. Auch hier ist einiges nicht gerade logisch. Einziger Lichtblick ist das Ende, als der Arkonide die Varganin befreit hat und sich um sie sorgt. Als er sie in die Arme nimmt und mit einem Kuss wieder im Leben begrüßt. Als sie ihn kurz darauf zurückweist und ihm klarmacht, dass sie trotzdem immer noch nur Gefährten sind. Diese Szenen waren für mich als einziges überzeugend. Hat mich die Folterung der Varganin noch kaum berührt, war ihre Rückkehr ins Leben von einem gänzlich anderen Kaliber. Dem Roman insgesamt kann das aber auch nicht mehr helfen, er ist trotzdem ein ziemlich überflüssiges Werk, das lediglich eine Lücke zwischen Band 16 und Band 18 füllt - allerdings eine Lücke, bei der es keinen Unterschied machen würde, wenn der Roman gar nicht da gewesen wäre. Unterhaltsam war der Roman demzufolge nur bedingt. Und damit ist das Klassenziel eindeutig verfehlt. Es ist schon erstaunlich, wie ein Autor von einem Roman zum nächsten so nachlassen kann. Da konnte nicht einmal die Routine, mit der Horst Hoffmann auch diese Band gestaltet, etwas ändern. Fazit: War der erste Teil von Horst Hoffmanns Doppelband noch durchaus lesenswert, entpuppt sich der zweite Teil als zähe Angelegenheit, die kaum Lesegenuss bereitet. Insgesamt reicht die Geschichte an keinen der vorhergehenden 17 Bände heran, noch weitere Romane davor einmal außer Acht gelassen. Das Ergebnis ist entsprechend ziemlich LAU. Eine noch schlechtere Bewertung verhindert lediglich der letzte Teil, der zumindest noch ein klein wenig Spannung erzeugen konnte und Neugier auf den siebten Band des Lordrichter-Zyklus erzeugte. |
Die Lordrichter
1. Kytharas Erbe |

Kaum auf Maran'Thor angekommen, stehen Atlan und Kythara bereits mitten in der Gefahr. Zunächst allerdings sind sie vollkommen allein. Als Kythara sich gegenüber dem Rechengehirn identifiziert, erhält sie Zugriff auf das System. Aber offensichtlich erfahren auch die Besatzer des Planeten von dem unberechtigten Zugriff und so sehen sich die beiden sehr schnell angriffen ausgesetzt.