3. "Die fünf herrlichen Städte" von Michael Marcus Thurner

Lordrichter 3Atlan und Kythara stehen einer Übermacht von Narukku gegenüber. Etarmagan-Murloth schaffte es, die beiden Arkoniden mit Hilfe der Flugscheiben zu umgehen und vor sie zu kommen. Dadurch konnte er die beiden Gefangen nehmen. Bei der Gefangennahme setzt Atlans Extrasinn kurzzeitig aus und der Arkonide beginnt, sinnlos um sich zu schlagen. Etarmagan-Murloth lässt ihn gewähren und wartet, bis er sich ausgetobt hat. Dann nimmt er beide mit sich.

Kythara übergibt er Carnji, die sie dazu verwendet, eine Strategie für die bevorstehende Schlacht auszuarbeiten. Atlan hingegen verbleibt bei ihm und erfüllt die gleiche Aufgabe. Als sie endlich auf dem Schlachtfeld stehen, sieht Atlan Kythara wieder. Die Varganin nimmt Kontakt auf telepathischer Ebene mit ihm auf und unterbreitet ihm ihren Plan. Auf einer Anhöhe in der Nähe solle sich Gruppen aus beiden Heeren treffen und bekämpfen. Die Toten sollen als Abschreckung dienen. Der Plan schlägt aber fehl, die Toten interessieren niemanden. Und so lassen sie die Schlacht beginnen.

Atlan wird von Erinnerungen an die Schlachtfelder um Verdun geplagt, als er die Toten sieht. Als die Schlacht geschlagen ist, kann man kaum einen Gewinner absehen. Unmengen von Toten liegen überall herum und Atlan kann sich nicht von sreiner Position entfernen, weil Etarmagan seinem Schmetterling befohlen hat, den Akoniden zu bewachen. Dafür kommt aber Kythara, die berichtet, dass Carnji gefallen ist. Sie tötet auch Etarmagan-Murloth und gemeinsam können sie fliehen.

Allerdings kommen sie nicht sehr weit. Als sie sich von dem Schlachtfeld entfernen, sehen sie, wie die Körper von einem merkwürdigen Nebel aufgenommen und rückstandslos beseitigt werden.

Sie erreichen zwar den Platz mit ihrer Ausrüstung, wo Kythara den Arkoniden mit Hilfe der Medo-Kits behandelt. Als sie sich von dort entfernen wollen, begegnen ihnen aber schon wieder Mitglieder der Heere. Diese Wesen verfolgen sie und plötzlich sind auch Carnji und Etarmagan-Murloth wieder hinter ihnen, die offensichtlich doch nicht tot sind. Wie beabsichtigt zu einem in der Nähe gelandeten Beiboot zu fliehen, klappt insofern nicht und so entschließen sie sich lieber dazu, zu einer Station zu fliehen, die vermutlich als zentrales Organ fungiert.

Das erweist sich als nicht so einfach. Auf ihrer Flucht bezwingen sie eine Herde von Reittieren, die sie bis fast an den Berg trägt, in dem sich die Zentrale verbirgt. Kurz zuvor stirbt aber das Leittier. Trotzdem erreichen sie den Berg, die Verfolger dicht auf den Fersen. Diese wenden sich plötzlich ab und verlassen sie. Aber Carnji und Etarmagan-Murloth erinnern sich an beide und wollen nun in die Station gelangen. In der Hoffnung, sich noch an ihre Aufgabe zu erinnern, töten sie sich und erwachen so erst in der Station wieder.

Atlan und Kythara nehmen den normalen Weg. Dank der Kenntnisse der Varganin, erreichen sie so das Innere der Station. Und die Varganin stellt schnell fest, dass das zwar alles varganisch erscheint, aber offensichtlich schlecht (zumindest ziemlich unvarganisch) modifiziert wurde. Eine Produktionsstätte bringt sie schließlich auf die Spur. Körper werden hergestellt und dienen als Behältnisse für Bewußtseine, die nach den Schlachten ebenfalls gesammelt werden. Die Narukku sind Androiden. Deshalb werden sie immer wieder geboren und können sich so auf ihre Aufgabe vorbereiten. In deren Definition es offensichtlich eine Änderung gegeben hat. Von Philosophen, die lesen und Informationen sammeln, sind sie zu Kriegern geworden, die danach streben, immer besser zu werden. Aber es muss auch Erbauer geben. Nicht ahnend, dass die erwachten Etarmagan-Murloth und Carnji, die sich nun ebenfalls Carnji-Murloth nennt, sie verfolgen, suchen sie nach den Nutzern der Anlage und einer Möglichkeit, mehr Informationen zu bekommen. In einer Wohnsektion der Station finden sie schließlich beides. Die Besatzer sind insektoid. Und Atlan kennt sie sehr wohl. Es sind Orghs, auch Mordwespen genannt.

Die Orghs lassen sich von den beiden Androiden auf die Spur der Eindringlinge bringen und jagen Atlan und Kythara in dem Bau. Die Flucht der beiden endet kläglich, nämlich genau wieder in dem Raum mit den Steuer- und Überwachungselementen, in dem sich Kythara ohnehin gerne verstecken wollte. Das funktioniert aber nicht, wie beabsichtigt, im Gegenteil. Trotz des klebrigen Speichelsekrets der Insektoiden, mit dem sich Atlan und Kythara tarnen wollen, werden sie gewittert und gefunden. Atlan gibt einiges von seinem Wissen über die Lordrichter preis, um die Angreifer neugierig zu machen. Die Orghs bieten ihnen an, dass sie verschont werden, wenn sie sich ergeben. Sie lassen sich darauf ein, was allerdings damit endet, dass die Orghs sie trotzdem töten wollen.

Etarmagan und Carnji, die plötzlich erkennen, was sie eigentlich getan haben, weil die angeblich göttlichen Insekten sie einfach töten wollen, entschließen sich zu einer letzten, guten Tat. Sie werfen sich in die Strahlbahnen, bis sie aufgelöst sind und retten so Atlan und Kythara das Leben.

Nur kurzfristig allerdings, so scheint es, denn erneut schießen die Wesen. Atlan und Kythara verwehen, aber der Arkonide bemerkt, dass sie nicht etwa tot sind. Sondern entstofflicht, in einer Art Transition gefangen…

Fazit

Spannend und überzeugend präsentiert sich der zweite Teil der Geschichte, der vieles, was in Teil eins geschah, erklärt. Das Verhältnis zwischen dem Arkoniden und der Varganin ist sehr interessant und nachvollziehbar geschildert. Michael Marcus Thurner spielt mit den Möglichkeiten, die ihm das hohe Lebensalter beider Protagonisten bietet und lässt sie auf unterhaltsame Weise interagieren. Die Lektüre macht deshalb auch ungeheuren Spaß. Hinzu kommt die Atmosphäre des Romans, die sehr dicht und sehr düster geworden ist. Thurner schreibt auf hohem Niveau und schafft es, den Leser zu begeistern.

Humor kommt ebenso wenig zu kurz, wie die Spannung, die aus der Situation heraus entsteht und nicht aus schlecht gemachter Action besteht. Sicher dienen beide Romane im Gesamtkontext gesehen immer noch dazu, in die Situation einzuführen, dies geschieht jedoch auf eine Weise, dass man als Leser kaum etwas vermisst.

Die Geschichte der Narukku wird in diesem Band aufgeklärt und damit bereits im dritten Band des neuen Zyklus ein Geheimnis enthüllt, nämlich was die Narukku sind und wer sie erschafft. Das Warum allerdings ist noch völlig unklar. Vor allem in Hinblick auf die Lordrichter von Garb, stellt sich die Frage, was die Mordwespen mit ihnen zu tun haben und inwiefern die möglicherweise entartete Psiquelle wiederum mit beiden Elementen zusammenhängt. Es werden also nicht nur Geheimnisse aufgeklärt, sondern auch neue erschaffen.

Insgesamt ist der zweite Teil sogar noch besser, als der Auftakt der Geschichte. Der Roman verdient sich insofern ein SEHR GUT. Michael Marcus Thurner hat sich seit seinen ersten Gehversuchen in Atlan erheblich weiterentwickelt und legt einen ausgezeichneten Roman vor. So macht Atlan wirklich Spaß.

Die Lordrichter

1. Kytharas Erbe
2. Gefangen im PSI-Sturm
3. Die fünf herrlichen Städte
4. Murloths Berg
5. Aufruhr auf Narukku
6. Kampf um Maran'Thor
7. Der Zorn des Erzherzogs
8. Azaretes Weg
9. Der Turm des Denmogh
10. Flucht nach Varxodon
11. Mond der Visionen
12. Angriff der Lordrichter

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