6. "Angriff der Bestien" von Bernd Frenz
Entsprechend berechtigt, ist auch der Einlauf, den einer dieser Kadetten bekommt, nachdem er seine gesamte Einheit aufgerieben hat, einschließlich sich selbst, um eine gestellte Aufgabe zu erfüllen. Zur Strafe darf er eine Wachschicht einlegen, was ihm nicht schmeckt, weil der da eigentlich bereits ein Date hatte. Mittlerweile hat unser Arkonidenfürst so seine Probleme mit der obersten Herrscherin von Shahanahol, die ihm derzeit etwas misstrauisch gegenübersteht. Sie hat zwar inzwischen kapiert, dass er sie und einige weitere Anwesende quasi gerettet hat, aber das Auftauchen der Gegner fast gleichzeitig mit dem Auftauchen der Arkoniden macht sie schon stutzig. Nachdem sie so zwei bis drei mal gestutzt hat, wird ihr allerdings klar, dass sie Verbündete gerade recht gut gebrauchen kann. Also entschließt sie sich schweren Herzens, das Angebot Atlans zu akzeptieren und ihn zum Oberbefehlshaber der Flotte zu machen. Als Faustpfand behält sie aber Li. Die Kadetten treffen sich nach der Aktion in der virtuellen Kammer zu einem Gläschen und geben uns die Gelegenheit, sie näher kennen zu lernen. Interessant, wie sich das Leben dieser Menschen gestaltet, und vor allem sehr nachvollziehbar und lesenswert geschildert von dem Autor. Schließlich macht sich unser Hauptkadett auf, um seine Wachschicht anzutreten, während sein bester Freund gerade mit der Frau flirtet, die sich eigentlich mit ihm treffen wollte. Aber er muss nicht lange warten, denn sie taucht mit einer Flasche Schaumwein bei ihm auf. Er lässt sie herein, obwohl allein das schon ein Wachvergehen ist. Und natürlich passiert es, sie knutschen hemmungslos und werden vom obersten Schinder erwischt, der aus Full Metal Jacket entsprungen sein könnte. Der kriegt erst mal einen roten Kopf. Dann sperrt er ihn ein und lässt sie gehen, weil ihr Vergehen minderschwer ist. Trotzdem müssen sich beide beim Kommandanten des Flaggschiffs melden. Unterdessen erfahren wir, dass Atlan die Abwehr richtig gut organisiert und den Gegner langsam, aber sicher, zurückdrängen kann. Leider ist der Erfolg nur von kurzer Dauer. Als sie gerade die letzten Einheiten des Gegners besiegen, kommt plötzlich eine weitere, recht große Flotte aus dem Hyperraum und lässt ihnen scheinbar keine Chance. Sie drängen das Flaggschiff der Shahanahol ab und dringen in das Schiff ein, ein Abwehrriegel aus Schiffen umgibt das Schiff. Atlan kann nichts dagegen tun, außer auf Verstärkung warten, die auch von weiter außen gelegenen Planeten eintrifft. Dann macht er sich daran, mit dem eigenen Schiff zum Flaggschiff vorzustoßen. Unsere beiden verliebten Kadetten haben ihren Einlauf gekriegt und zumindest unser Hauptkadett und Offiziersanwärter soll sich vor einem Kriegsgericht verantworten. Er erfährt, dass der eigene Freund ihn aus Eifersucht verraten hat und ist entsprechend sauer. Eingesperrt wartet er auf das Gericht und bekommt den Anfang der Kämpfe sehr passiv mit, nur als Geräuschkulisse. Er hält alles für die Rache des Ausbilders und eine Simulation, dann kommt allerdings der Gegner und er schafft es, beide auszuschalten. Zumindest mit der Unterstützung des Freundes, der ein schlechtes Gewissen hat, gelingt es ihm, aus der Kammer zu entkommen und zu den anderen vorzustoßen. Er hält alles immer noch für eine Simulation, aber traut sich nicht, den Freund in den Rücken zu schießen, weil es ja doch echt sein könnte. Und er stellt auch sehr bald fest, wie echt es ist. Als sie im Trakt der Kadetten ankommen, ist der Ausbilder tot und die beiden Offiziersanwärter sind die ranghöchsten anwesenden Dienstgrade. Mittlerweile bemerkt unser Kadett, dass der Freund nur deshalb so cool reagiert, weil er sich Drogen eingeworfen hat, eine Bewusstseinserweiternde Droge, die einen zu einem fast unverwundbaren Kämpfer macht, die vor allem gerne von den "Spielern" genommen wird, die sich unser Kadett aber inzwischen abgewöhnt hat. Er selbst hat Angst und muss erleben, wie die Kameraden ihm langsam den Rücken zukehren. Der Freund beschließt, in die Zentrale zu gehen um zu retten, was zu retten ist, während unser Kadett gerne die Flucht ergreifen würde. Sie erreichen die Zentrale zwar, aber viele von ihnen sind da schon nicht mehr übrig. Nur noch unser Kadett, der dann in der Zentrale noch erleben muss, wie seine Freundin und sein bis dato bester Freund dem Feind zum Opfer fallen. Der Feind ist dabei, die Computerkern auszubauen und mitzunehmen. Er schießt auf den Kern und vernichtet ihn. Dann ergreift er die Flucht und jetzt, wo er endlich ein Ziel hat, mit dem er sich identifizieren kann, macht er fast alles richtig. Er lockt die Gegner in den Übungstrakt der Rekruten, lässt die virtuellen Haluter auf sie los und holt sich die Kleidung von einem der Gegner. Getarnt mischt er sich unter sie und kann so mehrere von ihnen töten, bevor sie merken, was gespielt wird. Atlan und die seinen dringen inzwischen von außen ein und stellen sich dem Gegner. Als unser Held ebenfalls im Hangar erscheint, hat er leider die falsche Kleidung an und anstatt die Waffen wegzuschmeißen und sich zu ergeben, feuert er wild um sich. Atlan erschießt ihn und erfährt erst später, dass er eigentlich der Held des Tages war. Und der einzige Überlebende unserer Rekruten. Zum Schluss gibt es noch eine unangenehme Überraschung für Atlan, der von der obersten Herrscherin der Shahanahol informiert wird, dass seine Freundin Li entführt wurde. Nicht von Kosmokraten diesmal. Eher von dem Feind. FazitBernd Frenz nutzt den Vorteil gnadenlos aus, den er durch seine Nichtzugehörigkeit zum Autorenteam hat. Bisher haben eigentlich alle Autoren überzeugt, aber vor allem die "Neuen" nutzen ihre Chance und bringen wahrhaft frisches Blut in die Serie. Gut charakterisierte, greifbare und nachvollziehbare Personen, einschließlich des Unsterblichen, zeugen ebenfalls davon, wie frische und spannend lesbare Geschichten, eigen entwickelte Charaktere lassen wahres Lesevergnügen aufkommen. Dies gilt insbesondere für Rainer Hanczuks Band 4, aber auch für diesen sechsten Band. Die Hälfte der Reihe liegt nun hinter uns und im nächsten Band werden wir vermutlich auf die Herrscher auf Tarik treffen. Oder Baylamor, wie das Sternenreich jetzt heißt. Das absolute Abenteuer ist es durchaus, wie versprochen. Immerhin etwas ;-). Nicht unbedingt nötig war der kleine Hinweis auf die Heftchenartigen Dateien, die unser Held so konsumiert und in denen es um einen Offizier geht, der in die Zukunft geschleudert wird und mit einer gutaussehenden Barbarin die Welt von Morgen unsicher macht. Die Werbung für Maddrax war ja sogar auf der Rückseite dieses Bandes ;-). Aber wir wollen diese Eitelkeit unserem Maddrax-Gast gerne verzeihen. Wir im Sinne des Pluralis Majestatis, nur falls jemand nicht meiner Meinung ist ;-). |
Omega Centauri
1. Attentat auf Arkon |

Virtuelle Kämpfe mit Halutern, ein Szenario, das einem Lemurer das Blut in den Adern gefrieren lassen sollte. Sollte man zumindest meinen. Das Militär der Shahanahol setzt allerdings sehr bewusst auf den positiven Effekt, den sehr realistische, aber dennoch virtuelle Kämpfe hinterlassen können. Auf diese Weise ist es gelungen, eine Menge Nachschub für die Flotte zu rekrutieren. Kadetten, die das Spiel im Vordergrund sehen, kämpfen in ihrer Ausbildung gegen diese künstlichen Monstren, ohne Rücksicht auf das eigene Leben oder das der eigenen Leute zu nehmen. Wozu auch? Schließlich sind die Toten nicht echt. Dass sich dies auch einmal ändern kann, ist kaum einem dieser Kadetten klar.