A. Eschbach: Eine Trillion Euro
Andreas Eschbach Rezension von Wolfgang Ruge
Allgemeines Mit eine Trillion Euro stellt Bestsellerautor Andreas Eschbach (Das Jesus Video, Der letzte seiner Art) eine Anthologie der europäischen SF vor. Auf 466 Seiten tummeln sich Autoren aus allen Ländern, die der Eurozone angehören – nur Irland und Portugal fehlen. Die Themen der Geschichten sind vielfältig, das Spektrum reicht von Öko-SF (z.B.: Eine Trillion Euro) und Schreckensvisionen bis hin zu humorvollen Kurzgeschichten (Chip Ahoi). Durch diese große Auswahl dürfte für jeden die passende Geschichte dabei sein. Highlights und Tiefpunkte Soviel zu den objektiv feststellbaren Daten. Nun komme ich zu meinen persönlichen Highlights und Tiefpunkten. Fangen mir mit dem Negativen an: Spukhaus Raktenstraße 1, Die Wahrheit über Marats Tod und Vaucansons Ente sind in meinen Augen keine SF. Vaucansons Ente von Marcus Hammerschmitt liest sich noch recht angenehm, aber die anderen beiden haben keinen sonderlich guten Eindruck hinterlassen. Zum Glück gibt es mehr Highlights als Tiefpunkte. Die Geschichten von Michael Marrak und Wolfgang Jeschke sind einfach klasse. Marraks Beitrag überzeugt durch überraschende Wendungen in der Geschichte, Jeschke schafft es in den wenigen Seiten die eine Kurzgeschichte zur Verfügung stellt voll und ganz den viel zitierten„Sense of Wonder“ aufleben zu lassen. Ebenfalls zu den Highlights zählt für mich die Geschichte von Leo Lukas. Mit Chip Ahoi liefert der Österreicher eine humorvolle Geschichte ab, die eine herrliche Pointe hat. Weitere Highlights sind:
Last but not least soll die Titelstory von Andreas Eschbach erwähnt werden. Eine Trillion Euro strotzt nur so vor Informationen, was den Lesefluss ein wenig stört. Ein bisschen weniger Daten hätten der Geschichte sicherlich nicht geschadet. Dennoch ist die Geschichte noch gut, und muss allein deshalb gelesen werden, weil es noch kein Autor geschafft hat, eine Raumschiffslandung so unspektakulär zu schildern, wie Andreas Eschbach es in dieser Geschichte tut. Leichte Kost? Wer in dieser Anthologie nach Trivialliteratur sucht, wird nicht fündig werden. Die meisten Geschichten beschäftigen sich mit ernsten Themen und den Gefahren, die Entwicklung mit sich birgt. Passend zum Titel stellt sich in vielen Geschichten die Frage, welchen Stellenwert Geld in der zukünftigen Gesellschaft hat. Ein unter den Autoren sehr beliebtes Thema ist die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Verschiedenes Interessant ist die Tatsache, dass viele Geschichten in dieser Anthologie nicht dem klassischem Klischee von SF entsprechen. In kaum einer der Geschichten kommen Außerirdische vor, und nur Wolfgang Jeschke verlässt den Planeten Erde. Fazit:Mit dieser Anthologie zeigt Andreas Eschbach viele Facetten von SF auf, und räumt mit dem leider weit verbreiteten Vorurteil auf, dass sich SF nur um Weltraumschlachten mit aggressiven Aliens drehen muss. Für jeden SF-Fan ist diese Anthologie ein Muss. Und auch Bücherwürmer, die sich mit dem Genre bislang nicht anfreunden konnten, sollten mal ein Blick in diese Sammlung riskieren. |
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