A. Eschbach: Eine Billion Dollar
Andreas Eschbach Rezension von Wolfgang Ruge
Worum es geht: John Fontanelli ist Pizzabote in New York. Besser gesagt: Er war es. Denn aufgrund seiner Kündigung ist er nun Arbeitslos. Für John ist dies besonders schlimm, da er mit seiner Miete eh schon im Rückstand ist. Die Zukunft sieht für Amerikaner mit italienischen Vorfahren alles andere als rosig aus. Die Lösung des Problems findet sich jedoch in den folgenden Tagen und gleicht einem Wunder: Ein italienischer Anwalt nimmt Kontakt mit John auf und offenbart ihm, dass ihm ein Vorfahr eine unvorstellbar große Summe Geld vererbt hat. Bei dem Vorfahren handelt es sich um Giacomo Fontanelli. Dieser hat vor 500 Jahren in Florenz ein paar Florin angelegt und einer befreundeten Anwaltsfamilie den Auftrag gegeben, sein Vermögen zu verwalten. Im Jahre 1995 soll es an den jüngsten männlichen Fontanelli Nachfahren ausgehändigt werden. Bei dem Nachfahren handelt es sich um keinen anderen als John Fontanelli. Die Summe die er erbt dürfte selbst für Bill Gates in unerreichbarer ferne liegen: eine Billion Dollar. Im Testament findet sich jedoch eine Passage, genauer eine Prophezeiung, die John schwer zu schaffen macht: Giacomo Fontanelli ist der Überzeugung, dass sein Nachfahre mit seinem Erbe der Menschheit ihre verlorene Zukunft zurückgeben wird. Diese Aufgabe lastet viel zu schwer auf den Schultern des ehemaligen Pizzaboten. Da meldet sich ein Fremder bei John, welcher sich als Malcom McCaine vorstellt und teilt diesem mit, dass er wisse wie die Prophezeiung erfüllt werden könne. Malcom hilft John bei einigen kniffligen Situationen und schließlich entscheidet der Billionen-Erbe ihm zu vertrauen. Mit McCaine als Geschäftsführer baut John Fontanelli einen Firmenkomplex auf, mit dem er auf die Politik entscheidenden Einfluss nehmen kann, um so der Menschheit ihre Zukunft wieder zu geben. Wie John das anstellt und mit welchen Ergebnis der Roman endet, möchte ich hier nicht verraten, weil es der Lektüre ein wenig den Spaß nehmen würde. Stärken des Romans: Eine Billion Dollar. Man muss sich diese Summe einmal vorstellen, um zu begreifen welcher Gigantismus hinter dem Werk Eschbachs steckt. Diese unverstellbare Summe erbt ein Pizzabote, der dadurch keinen geringeren Auftrag annimmt, als den, die Welt zu retten. Geschichten in denen ein armer Mensch zum Millionär wird gibt es viele. Aber auf die Idee einen Pizzaboten, ohne gute Ausbildung, eine Billion Dollar erben zu lassen, kann wohl nur ein Andreas Eschbach kommen. Allein die Idee verspricht schon einen interessanten Roman. Die Tatsache, dass mit Andreas Eschbach ein Autor, dessen Fähigkeiten außer Fragen stehen, die Geschichte erzählt, wertet die geniale Idee noch auf. 734 Seiten hat das Buch. Dass keine davon langweilig ist, liegt an folgenden Gründen:
Schwächen des Romans: Der Roman ist nicht sehr realitätsnah. Eine Billionen Dollar?, Da muss schon einiges an Zinseszins zusammenkommen. Aber mal ehrlich: Wer möchte einen realitätsnahen Roman, wenn er einen Andreas Eschbach kauft? Wenn ich einen Eschbach kaufe, erwarte ich eine unglaubliche Idee. Fazit:Wer mit dem Schreibstil Andreas Eschbachs nicht klar kommt, wird ohnehin keinen Roman mit dem Namen des Autors kaufen. Wer so viel SF liest, dass er mit der Realität nichts mehr anfangen kann, sollte auch die Finger von diesem Buch lassen. Alle anderen Bücherwürmer sollten schleunigst in die Buchhandlung rennen, und sich den Roman zulegen. "Eine Billion Dollar" ist ein erstklassiger Thriller. Andreas Eschbach zeigt, dass er auch außerhalb der SF glänzen kann. Man muss aber eines beachten: Der Roman ist keine Trivialliteratur. Mann muss ein wenig mitdenken und bereit sein, über die Ideen, die John Fontanelli hat, nachzudenken. Wer sich auf den Roman einlässt und über diesen nachdenkt, wird viel Spaß beim lesen haben und den Roman nicht so schnell vergessen. |
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