A. Eschbach: Die Haarteppichknüpfer

Andreas Eschbach
Die Haarteppichknüpfer

Rezension von Wolfgang Ruge

Die Haarteppichknüpfer

Der Autor

Andreas Eschbach ist sicherlich kein unbekannter Autor mehr. Seit Bestsellern wie „Das Jesus Video“ oder „Eine Billion Dollar“ ist der Name Eschbach unter vielen SF- und Thrillerfans zu einem Synonym für gute Bücher geworden. Fünf Kurd- Laßwitz-Preise kommen nicht von ungefähr.

Der 1959 in Ulm geborene Autor lebt mittlerweile in Frankreich, genauer gesagt in der Bretagne. Weitere Infos über den Autor gibt es auf seiner Homepage: www.AndreasEschbach.de

Der Roman

Bei den Haarteppichknüpfern handelt es sich um die erste Veröffentlichung Andreas Eschbachs. Der Roman erschien 1995 bei Schneekluth. Im Erscheinungsjahr verkaufte sich nur 1.800 mal, mit dem Erfolg Eschbachs wuchs auch das Interesse an seinem Erstlingswerk. Derzeit ist die Taschenbuchausgabe vergriffen (was daran liegt, dass die Rechte von Heyne an Bastei übergehen) und auch die Hardcoverausgabe ist nur durch viel Geld von Sammlern loszueisen. Im Ausland ist das Buch ebenfalls erfolgreich, Übersetzungen sind in Frankreich, Italien, Tschechien, Polen und Spanien erschienen.

Das Titelbild

In den seltensten Fällen erwähne ich ein Titelbild für eine Rezension. Doch diesmal gibt es auch dazu einen Kommentar von mir: Das Titelbild der Taschenbuchausgabe von Heyne zeigt eine Frau deren Haare zu einem Haarteppich werden. Schon allein durch dieses wirklich tolle Titelbild wird man dazu verleitet diesen Roman zu lesen. Das Titelbild der Hardcoverausgabe wirkt auf mich – Andreas Eschbach möge mir diese Äußerung verzeihen - ein wenig langweilig.

Worum es geht

Auf einen Planeten weben die Haarteppichknüpfer aus den Haaren ihrer Frauen und Töchter einen Teppich. Ein Haarteppichknüpfer vollendet einen Teppich in seinem Leben. Wenn er fertig ist, geht er zum Markt um den Teppich zu verkaufen. Von dem eingenommen Geld muss die nachfolgende Generation leben. Die Haarteppiche werden in den Palast des Sternenkaisers geschafft, wo sie dem gottähnlichen Herrscher als Wandschmuck dienen. Das Weltbild des Planeten gerät aus den Fugen, als ein Fremder von den Sternen erscheint. Er erzählt, dass der Kaiser gestürzt sei, und kann dieses auch mittels eines Fotos beweisen. Während die Bewohner des Planeten die Nachricht nicht glauben können, wendet sich die Handlung einem anderen Schauplatz zu: Dem Palast des Sternenkaisers.

Der Herrscher ist gestürzt, die Rebellen entdecken eine vergessene Kolonie, in der Tausende von Planeten als einziges Produkt Haarteppiche produzieren. Im Palast des Kaisers befindet sich jedoch kein einziger Haarteppich. Sie versuchen, den Verbleib der Haarteppiche herauszufinden. Mehr werde ich nicht verraten, um zukünftigen Lesern des Buches nicht die Spannung zu nehmen. Nur so viel gebe ich preis: Die Lösung ist mehr als genial.

Neben der Haupthandlung gibt es viele interessante Nebenhandlungen, in denen dem Leser das Universum der Haarteppichknüpfer vorgestellt wird.

Hauptpersonen

Der Roman kommt ohne eine feste Hauptperson aus. Eschbach erzählt die Geschichte aus vielen Perspektiven. Dies führt dazu, dass man das Universum der Haarteppichknüpfer in vielen Facetten ergründen kann. Man ist nicht in dem Weltbild einer Hauptperson gefangen, sondern bekommt die Geschichte aus vielen Perspektiven mit. Die Vielfalt der handelnden Personen führt auch zu interessanten Nebenhandlungen. Sei es die unglückliche Liebe des Sohnes eines Haarteppichknüpfers oder die Geschichte des Rebellenführers Jubad: Die Nebenhandlungen sind interessant zu lesen, man kann sich in die handelnden Personen hineinversetzen und versteht ihr Dilemma. Bei den Haarteppichknüpfern handelt es sich um ein Buch, das man nicht aus der Hand legen will, man will einfach wissen was es mit den Haarteppichen auf sich hat, und wie die Geschichten der vielen Hauptpersonen enden. Auch wenn viele Personen handeln sind die Charaktere gut gezeichnet, man versteht welche Motivation hinter dem Handeln der Akteure steht. Keine einzige Figur wirkt klischeehaft.

Spannungsbogen

Das Buch ist eigentlich immer spannend. Andreas Eschbach lässt den Leser lange rätseln, bis er eine unglaublich banale aber zugleich einfach geniale Lösung präsentiert. Durch viele Nebenhandlungen zögert Eschbach die Lösung hinaus. Da die Nebenhandlungen, wie oben erwähnt, auch schön zu lesen sind, wird das Buch nie langweilig. Allen Lesern sei gesagt: Das Buch macht süchtig.

Fazit:

Das Erstlingswerk Eschbachs ist in meinen Augen sein bestes Buch. Für jeden Fan von Andreas Eschbach ist das Buch ein absolutes Muss. Und auch jeder andere SF-Fan wird seine Freude an dem Buch haben und nach der Lektüre starke Lust verspüren, mehr von diesem Autor zu lesen. Also gilt meine Empfehlung: Sobald das Buch wieder verfügbar ist, rennt zum Laden und kauft euch ein Exemplar. (Amazon geht auch, sogar direkt von dieser Seite ;-) - Die Redaktion) Nehmt euch ein Wochenende frei und lest dieses Buch!

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