A. Eschbach: Jesus Video

Andreas Eschbach
Jesus Video

Jesus Video Bei Ausgrabungen in Israel wird ein Skelett endeckt, das merkwürdigerweise über sehr moderne Füllungen in den Zähnen verfügt und professionell gerichtete Knochenbrüche aufzuweisen hatte. Darüber hinaus wird eine Bedienungsanleitung entdeckt, die zu einer Videokamera gehört, die erst in einem Jahr auf den Markt kommen soll. Stephen Foxx, Mitglied der New Yorker Explorer's Society, findet schließlich nur eine Erklärung: Es muß jemanden gegeben haben, der in der Vergangenheit Videoaufnahmen von Jesus gemacht hat. Und dieser Jemand muß dazu wohl in die Vergangenheit gereist sein.

Als weiteren Protagonisten führt Eschbach einen deutschen Science Fiction Schriftsteller namens Peter Eisenhardt in die Handlung ein, dessen Aufgabe es ist, mit seinen außergewöhnlichen Science Fiction Ideen bei den Ausgrabungen unterstützend tätig zu sein und den Sponsor besagter Ausgrabungen damit auf immer neue Ideen zu bringen. Diese Figur würde ich persönlich eher für überflüssig halten. Obwohl sie auch nicht störend ist, denn die Handlung an sich ist durchaus spannend geraten.

Stephen Foxx macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und der Leser begleitet ihn an viele interessante Orte, an denen er mit seinen Erkenntnissen auf außergewöhnliches trifft. Er entdeckt, daß es in der Tat Gerüchte darüber gibt, daß Jesus auf einem Video zu sehen war. Bei seinen Erkundungen schaut er sich auch in Jerusalem um, muß aber feststellen, daß schon jemand vor ihm da war und die entsprechende Fundstelle leer geräumt ist.

In der Wüste wird er dann mit seiner Begleiterin Judith zusammen fündig. Die Videokamera zusammen mit der Disc, auf der sich eine Sequenz von Jesus befinden soll, befindet sich in einem einsamen Kloster. Mehrere der anwesenden Mönche machen einen merkwürdig friedlichen Eindruck, so als hätten sie etwas erlebt, was ihnen abgeklärtheit und Reife verliehen hat, die weit über das normale Maß hinausgeht, und ihnen außerdem klar gemacht hat, daß es den Sohn Gottes wirklich gibt. Stephen findet heraus, daß genau einmal in einem langen Zeitraum jemand einen Blick in die Kamera tun darf. Hintergrund ist, daß die Batterien schon lange erschöpft sind und sich immer wieder, alle paar Jahre, so weit erholt haben, daß die Kamera für wenige Sekunden funktioniert. Und die sind ausreichend, um einem der Mönche eine ganz besondere Belohnung zukommen zu lassen.

Die Kamera und auch die Disc kann geborgen werden. Judith und Stephen taumeln lange Zeit durch die Wüste und versuchen, in die Zivilisation zurück zu kommen und gleichzeitig der Inquisition zu entkommen. Dies gelingt allerdings nicht. Sie werden erwischt und von einem Priester, der sich als Mitglied der Inquisition zu erkennen gibt, wird ihnen die Disc abgenommen und zerstört. Aber das ist noch nicht das Ende. Es gibt noch eine weitere Möglichkeit ...

Auf diese werde ich aber nicht näher eingehen. Wer es wissen will, sollte sich das Buch besorgen ;-). Nur so viel: Sie bekommen Jesus zu sehen, Stephen ist davon vollkommen und zutiefst beeindruckt, aber Eisenhardt nicht. Und zu guter Letzt begegnet ihnen auch noch der Zeitreisende, der gerade auf dem Weg in den Urlaub ist und damit in die Vergangenheit ...

Leider erklärt Eschbach die Zeitreise damit, daß es in Ausnahmefällen zu vereinzelten Phänomenen dieser Art kommt. Er erklärt es als natürliche Begebenheit, vergißt aber, darauf hinzuweisen, wie es gelingen kann, daß der Zeitreisende nicht nur in der Zeit, sondern auch an einen anderen Ort versetzt wird, denn die Erde steht ja nicht still, sie bewegt sich ja zusammen mit dem gesamten Sonnensystem und unserer gesamten Galaxis. Einfach in die Vergangenheit geschleudert zu werden, wäre also etwas gefährlich. Wäre es nicht einfacher gewesen, diese Zeitreise mit "göttlicher Fügung" zu erklären?

Fazit:

Als ich dieses Buch damals gelesen habe, hat es mich sehr beeindruckt. Eschbach schreibt flüssig und spannend und das ist natürlich wichtig, damit unterhält er den Leser ausgezeichnet. Man will einfach wissen, wie es weitergeht, warum die Zeitreise passierte und ob es dem Protagonisten gelingen wird, das Geheimnis zu enthüllen. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen.

A. Eschbach

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