Die unendliche Geschichte

Michael Ende
Die unendliche Geschichte

Die unendliche GeschichteAls Bastian Balthasar Bux an diesem morgen aus dem Haus ging, konnte er noch nicht wissen, dass das Abenteuer seines Lebens auf ihn wartete. In einem Antiquariat versteckt er sich vor den bösen Kindern, die ihn jeden morgen jagen, und findet dort ein Buch. Es heißt "Die unendliche Geschichte". Ohne dass er es will, steckt er es ein und verschwindet damit, erst als er weit von dem Antiquariat des Karl Konrad Koreander entfernt ist, merkt er, was er da eigentlich gemacht hat.

Nachdem der das Buch aber schon einmal hat und der Tag ohnehin eher schlecht angefangen hat, beschließt er, das Beste daraus zu machen. Er kommt zu spät in die Schule, aber anstatt in das Klassenzimmer zu gehen und sich der Bestrafung zu stellen, entschließt er sich dazu, einfach einige Stockwerke höher zu klettern und es sich auf dem Dachboden bequem zu machen. Dann taucht er ein in die Welt der unendlichen Geschichte.

Es beginnt auch sehr spannend. Geschildert wird ein Land namens Phantasien, das in Schwierigkeiten steckt. Das Nichts ist dabei, alles zu verschlingen, aber die kindliche Kaiserin kennt das Problem und nimmt sich dessen natürlich gerne an. Sie schickt einen Boten los, um ein Mittel gegen das Nichts zu finden, einen kleinen Jungen, eine sogenannte Grünhaut aus dem gräsernen Meer mit Namen Atreju. Er erhält das Aurin, ein magisches Amulett der kindlichen Kaiserin, das ihn direkt zu dem Retter führen soll.

Bastian begleitet den jungen Mann auf der Suche, die schon legendär ist. Die uralte Morla, eine Schildkröte in den Sümpfen der Traurigkeit, kann ihm nicht helfen. Zu allem Überfuß verliert er auch noch sein Pferd. Es wird so traurig in den Sümpfen der Traurigkeit, dass es einfach darin versinkt. Es ist nun nicht mehr so einfach, ans andere Ende von Phantasien zu kommen, wo sich das Orakel des Südens befinden soll.

Und einen schlimmen Feind gibt es auch noch, ein Wesen aus reiner Dunkelheit, aus der Schwärze der Nacht, das sich zur Gestalt eines Wolfes zusammenballt und sich auf die Fersen des jungen heftet.

Aber natürlich ist bei all dem Schrecken auch ein Glücksdrache nicht weit, den Atreju allerdings erst einmal aus großer Gefahr erretten muss, was auch gelingt. Glücklicherweise, könnte man sagen. Schlauerweise tappt Atreju nämlich in die Falle eines merkwürdigen Spinnenwesens, das zwar Netze baut, aber aus vielen tausenden von Insekten besteht. Dieses Wesen verrät ihm, dass ein Biss von ihm Atreju an jeden Ort in Phantasien bringen wird. Der junge entscheidet sich dafür und lässt sich beißen, obwohl diese Bisse grundsätzlich tödlich enden. Er wünscht sich zum Orakel. Und da Fuchur, der Glücksdrache, ebenfalls gebissen wurde, ist das alles gar nicht so schwer, er wünscht sich ebenfalls dorthin, wohin die Grünhaut verschwunden ist.

Beide können gerade noch so vom Tode errettet werden und beim Orakel erfährt dann nicht nur Atreju, sondern auch Bastian die Wahrheit. Er sieht sich nämlich in einem Spiegelbild und wundert sich doch sehr, dass er so plötzlich in einem Buch erscheint. Misstrauisch liest er weiter.

Atreju macht sich wieder auf den Weg zurück - und gerät wieder in Gefahr. Er fällt von Fuchurs Rücken, sie werden getrennt, er verliert Aurin. Das Amulett kann von dem Glücksdrachen gerettet werden, aber Atreju fällt in die Arme des dunklen Schattenwesens, das angekettet ist, und ihn zunächst nicht erkennt. Er erklärt ihm, was es mit dem Nichts auf sich hat und dass sie das Ende für Phantasien bedeuten wird.

Im letzten Augenblick kann Atreju das Wesen töten, nähert sich dem Nichts und gerät beinahe in seinen Bann. Er beobachtet unmengen von Wesen, die sich einfach in dieses Nichts stürzen und darin aufgehen, sterben, nie mehr in Phantasien erscheinen werden.

Im letzten Augenblick kann er sich davon lösen und wendet sich vom Nichts ab. Dann findet er Fuchur wieder oder der Glücksdrache ihn und sie kehren zurück zum Elfenbeinturm, um der Kaiserin ihr Versagen einzugestehen.

Außer dem Turm gibt es nichts mehr, fast ganz Phantasien scheint Vergangen. Atreju gesteht sein Versagen, wird aber von der Kaiserin informiert, dass er den Retter mitgebracht hat. Der weiß es nur noch nicht. Bastian wird etwas mulmig, er weigert sich aber standhaft, an das alles zu glauben.

Die Kaiserin sieht keinen Ausweg mehr, sie muss sich auf den Weg zum Alten vom Berg machen. Der erklärt ihr dann alles, schildert ihr die gesamte unendliche Geschichte und macht ihr und Bastian klar, was eigentlich passiert ist. Der Junge aus der Menschenwelt versteht nichts und will auch nichts verstehen, er verschließt Augen und Ohren, hört die Stimmen aber im Kopf und kann nicht mehr ausweichen, er hört die selbe Geschichte immer wieder und wieder und versteht letztendlich, was die "unendliche" Geschichte wirklich unendlich macht, nämlich das beständige Wiederholen.

Er gibt schließlich auf und spricht ihn aus, den Namen der kindlichen Kaiserin, der ihm klar vor Augen steht.

"Mondenkind"

Damit beginnt eigentlich der zweite Teil des Buches. Bastian wird in die Geschichte hineingezogen, landet im absoluten Nichts, in dem sich nichts mehr befindet, außer ihm und der kindlichen Kaiserin. Und einem Sandkorn, das sie in seine Hände legt.

"Das ist Phantasien, alles, was davon übrig geblieben ist", macht sie ihm klar. Und sie erklärt ihm, dass er den Weg der Wünsche gehen muss, dass aus seinen Wünschen Phantasien neu erstehen wird, denn das ist die wahre Stärke der Menschen, sie können wünschen und den Dingen Namen geben, das können die Bewohner von Phantasien nicht. Und Bastian akzeptiert. Er wünscht sich einen Dschungel herbei, als ihm das zu langweilig ist, will er lieber eine Wüste haben, und schon hat Phantasien seine erste Attraktion, eine Wüste, in der über Nacht ein Dschungel wie aus dem Nichts entsteht, der am nächsten Morgen dann wieder im Sand der Wüste versinkt. Die Wüste besteht aus viele verschiedenen Farben, aus allen Farben des Regenbogens, und sie hat einen Löwen als Herrn, der immer die Farbe annimmt, die der Boden, auf dem er sich befindet, gerade hat.

Mit diesem Löwen freundet er sich an und macht sich auf den Weg in seinen Palast. Der Löwe akzeptiert ihn sofort, als er das Aurin erspäht, das Bastian von Mondenkind erhalten hat. Die Kaiserin aber ist verschwunden.

Im Palast des Löwen erhält der Junge aus der Menschenwelt eine Waffe, ein Schwert, das ihm im Gefahrenfall von selbst in die Hand springt und ihn gegen Feinde verteidigt. Er darf es aber niemals selbst ziehen, das Schwert wird sich von alleine melden, wenn es benötigt wird. Bastian verspricht das und nach einiger Zeit will er weg aus der endlosen Wüste. Er erschafft ein Labyrinth, das er eines Nachts betritt.

Auf der anderen Seite trifft er viele merkwürdige Wesen, als besonderes Highlight ein Volk unglaublich hässlicher Wesen, die immer im Dunkeln leben müssen und vor lauter Trauer immer am Weinen sind. Diese Wesen und ihr beständiger Tränenfluss sind für den Tränensee verantwortlich, dessen Wasser aus reiner Säure, der Tränenflüssigkeit dieser traurigen Wesen besteht. Inmitten dieses Sees gibt es eine Stadt, die auf silbernen Booten schwimmt. Die Silberstadt ist ein unglaublich schönes Venedig Phantasiens, das schon in Atrejus Suche eine Rolle spielte und von Bastian prompt wieder erträumt wird.

Aber langsam wird er immer merkwürdiger. Er freundet sich mit einer Hexe an, die in einer sehenden Hand wohnt und ihn langsam aber sicher verführt, ihm einen Gürtel für Unsichtbarkeit gibt, und Misstrauen gegen die neuen Freunde Atreju und Fuchur in Bastian streut. Am Ende jagt er die beiden zum Teufel, marschiert auf den Elfenbeinturm zu und will ihn zu seiner Residenz machen. Das misslingt aber. Die Kaiserin thront in einer Knospe auf der Spitze des Turmes, die sich für Bastian aber nicht öffnen will und niemand kann sie für ihn öffnen. Er ist verzweifelt und erkennt dann, dass sich Atreju gegen ihn gewandt hat. Er marschiert mit einem Heer von Freunden auf den Elfenbeinturm zu.

Und da passiert es, dass Bastian das Schwert, das er vom Löwen erhalten hat, zieht, ohne dass es ihm in die Hand springt. Er hört ein Geräusch wie von einem kläglich brüllenden Löwen, das die Schlacht für einen Augenblick unterbricht, erschrickt dann selbst, wird für einen Augenblick nachdenklich, wirft dann aber alle Bedenken über Bord und dringt auf Atreju ein. Er verletzt ihn schließlich schwer. Die Grünhaut wird von Fuchur im letzten Augeblick, beim Absturz vom Elfenbeinturm, aufgefangen und gerettet und beide entschwinden.

Bastian aber erschrickt und kommt zur Besinnung. Er wirft das Schwert weg und macht sich auf den Weg irgendwohin, wandert tagelang herum, ohne zu wissen, wo er landen wird, bis er schließlich in einer merkwürdigen Stadt voller verrückter Wesen landet. Von einem Affen, der wohl so etwas, wie der Hausmeister, ist, erfährt er, dass es sich um die "Alte Kaiser Stadt" handelt, eine Stadt, in der eigentlich nur alte Kaiser wohnen, wie der Name schon sagt. Menschen nämlich, denen die Möglichkeiten von Aurin zu Kopf gestiegen sind und die dasselbe versuchten, wie Bastian, nämlich in den Elfenbeinturm zu kommen und Herrscher von Phantasien zu werden. Er ist wie vor den Kopf geschlagen, als er all die merkwürdigen Menschen und ihr Tun beobachtet. Einige zum Beispiel spielen ein Spiel ähnlich wie Scrabble, werfen Würfel mit Buchstaben, sinnlos, schreiben damit vermutlich irgendwann einmal alle Geschichten dieser Welt.

Lange wandert Bastian in der alten Kaiserstadt umher, bevor er schließlich wieder hinaus findet.

Dann landet er am Nebelmeer, das von merkwürdigen Menschen mit Schiffen befahren wird. Gemeinsam bezwingen sie das Nebelmeer und Bastian wird einer von ihnen. Er merkt langsam, dass er mit jedem Wunsch, den er äußert, etwas aus seiner Vergangenheit vergisst, eine Tatsache, vor der ihn auch schon Atreju gewarnt hat, der Affe in der Alten Kaiserstadt macht ihm klar, dass er nur noch wenige Wünsche hat und mit ihnen sparsam umgehen soll und langsam wird ihm klar, dass der Weg der Wünsche nicht ewig weitergeht. Das Ende wäre entweder seine Rückkehr in die Kaiserstadt, dann ohne jegliche Erinnerung und ebenfalls verrückt, oder aber er findet den Weg zurück nach Hause.

Also sucht er nach seinen Erinnerungen und Träumen und bald überquert er mit den Seglern das Nebelmeer und sucht auf der anderen Seite weiter, trifft dort auf das Bergwerk des alten Nimrod und schürft, tief im Schoß der Erde vergraben, nach hauchdünnen Platten, die schon beim geringsten Geräusch kaputt gehen. Eines Tages findet er etwas, das ihn fasziniert, nur noch mit einem oder zwei Wünschen und dieser Platte ausgestattet, macht er sich auf den Weg, seine Heimat zu finden. Und dann tauchen die Schlamuffen auf. Eine seiner Sünden aus der Vergangenheit, waren sie doch einmal die traurigen weinenden Wesen, die das Meer der Tränen erschaffen haben. Er hat sie in lachende, fröhliche, alberne Gesellen verwandelt, die nun unter ihrem neuen Dasein leiden, weil sie eher früher als später jedem auf den Wecker gehen. Und sie verlangen von ihm, dass er sie zurückverwandelt. Aber das kann er nicht mehr, seine Wünsche sind alle aufgebraucht und einen braucht er vielleicht doch noch für die Rückkehr. Sie lärmen und schreien bist die Platte mit seinem letzten Traum zu Staub zerfallen ist und er sinkt vor diesem letzten zerfallenen Traum auf die Knie und hat nur noch Tränen übrig.

Als er schließlich aufschaut, erkennt er durch die Tränen Atreju und Fuchur, die vor ihm stehen und ihn schweigend anschauen. Er erwidert den Blick, greift nach dem Amulett, das er von der Kaiserin erhalten hat und immer noch trägt, und legt es vor sich, zwischen ihm und Atreju, auf den Boden.

Im selben Augenblick, als er es loslässt, verändert sich die Welt, sie landen in einem merkwürdigen Gewölbe, in dessen Mitte ein Brunnen steht. Auf dem Aurin abgebildet sind zwei Schlangen, eine helle und eine dunkle, die sich gegenseitig in den Schwanz beißen und sich so für immer festhalten. Dies beiden Schlangen sieht er nun vor sich, in Überlebensgröße liegen sie vor ihm. Und Bastian erfährt ein letztes Geheimnis, die beiden Schlangen sind eine Art Torwächter zwischen den Welten. Wenn sie sich jemals loslassen würden, wäre das vermutlich das Ende der Welt.

Die Schlange, die ihm an nächsten liegt, hebt den Kopf und bildet somit eine Art Torbogen zum Brunnen, in dem sich der Menschenjunge reinwaschen muss, um wieder nach Hause zu kommen. Atreju und Fuchur gehen nicht mit und verabschieden sich von Bastian, der wieder zu einem Freund geworden ist und um viele Erfahrungen reicher ist.

Er badet in dem Brunnen, verliert alles, was er sich gewünscht hat, und wird wieder zu einem normalen Jungen. Dann verlässt er Phantasien.

Zum Abschluß besucht er noch Herrn Koreander, den Antiquar, um sich für den Diebstahl des Buches zu entschuldigen. Aber der freundliche Herr erklärt ihm, dass es nichts zu entschuldigen gibt. Dieses Buch war ein magisches Buch. Es gibt davon nur wenige und sie bilden eine Schnittstelle zwischen der Welt der Phantasie und der Welt der Menschen. Immer wieder muss ein solches Buch in die Welt der Menschen kommen, immer dann, wenn die Welt Phantasien in Gefahr gerät. Und Bastian war nun einer der Retter von Phantasien.

Fazit

Unschwer ist Phantasien als die Welt der Fantasie auszumachen und natürlich ist das große Nichts genau das Gefühl im Kopf, das jeder Schriftsteller fürchtet. Allerdings kann sich im Kopf des Michael Ende kein Nichts befunden haben, als er diese Buch geschrieben hat. Mit Abstand das Beste, was ich jemals gelesen habe, ist es ein Buch, das mir heute noch in Erinnerung geblieben ist. Ich habe es während meiner Kindheit öfter als einmal gelesen und kann mich noch an fast jede Szene, an beinahe jeden unglaublichen Einfall dieses genialen Autors erinnern. Es gibt nicht viele Bücher, die die "kosmische" Höchstwertung verdient haben.

Aber dieses hat es ganz eindeutig.

Wer es bisher nicht gelesen hat, hat eindeutig etwas verpasst. Selten ist Fantasy spannender, bewegender und schöner gewesen, als in diesem Buch. Bei Amazon ist es beispielsweise noch zu beziehen. Also schnell ... ;-)

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